Presse zum 30. Spieltag

Rettung aus eigener Kraft

Rettung aus eigener Kraft

Westfalenligist SV Spexard schafft mit einem 3:0-Sieg beim SC Roland Beckum den direkten Klassenerhalt

Beckum. Ende gut, alles gut. Mit einem 3:0-Erfolg beim SC Roland Beckum verteidigte der SV Spexard gestern den 12. Tabellenplatz in der Fußball-Westfalenliga und sicherte sich damit eine weitere Spielzeit als Sechstligist gesichert. Die Spvg. Beckum steigt nach einer 0:2-Niederlage bei Borussia Emsdetten neben RW Maaslingen als zweites Team direkt ab. Der SV Mesum darf nach einem 1:1-Remis bei SuS Neuenkirchen und der knapp besseren Tordifferenz gegenüber Beckum darauf hoffen, sich im Relegationsspiel gegen den BSV Schüren aus der Staffel 2 noch zu retten.

„Wir haben uns am eigenen Schopf aus dem Abstiegssog befreit“, zog Trainer Martin Simov nach Spielschluss schnell ein abgeklärt wirkendes Fazit der gesamten Spielzeit. Nach dem erlösenden Treffer zum 0:1 durch Philip Kunde (56.) sowie dem Doppelschlag zum 0:2 durch Jochen Timmerkamp (71.) und zum 0:3 durch Leon Dahlkämper (72.) hatte der Coach die Nervenanspannung aber auch schon merklich abklingen lassen können. „Das erste Tor war entscheidend. Wir waren nach einer nervösen ersten Halbzeit eh in der Lage, noch die berühmte Schüppe drauf zu legen, während man beim Gegner endgültig merken konnte, dass es für ihn nicht mehr um allzu viel ging“, betonte Simov die Bedeutung des Führungstores.

Große Chancen liegengelassen

Die Spexarder 1:0-Führung war indes längst überfällig. Nico Schürmann drosch den Ball nach flacher Hereingabe durch Philip Kunde aus fünf Metern über das Gehäuse (47.), und Sascha Lepper hatte mit einem 20-Meter-Schuss nur den Pfosten getroffen (55.). Nur eine Minute später passte Fatih Gürer den Ball vor das Beckumer Tor, und Philip Kunde war zum Glück zur Stelle, um den zunächst abgeblockten Schuss von Jochen Timmerkamp im Nachsetzen ins Netz zu hämmern. Vorbereiter der beiden weiteren Treffer war Kai Adrian mit zwei Eckstößen. Den ersten verwandelte Timmerkamp volley mit der Innenseite, dann war Leon Dahlkämper mit dem Kopf zur Stelle. „Ich bin nur dahin gegangen, wo vorher Jochen gestanden hatte“, lobte der Innenverteidiger die präzisen Hereingaben seines Mitspielers. Dass dieser Treffer nach lautstarker Ansage durch Martin Simov fiel („Leon, dein Ding jetzt“), führte zu einer Extra-Jubeltraube mit dem Spexarder Trainer mittendrin.

SV Spexard: Ellguth – Adrian, Brück, Dahlkämper, Nepke (90. Colak) – Timmerkamp (80. Azrioual), Drücker – Kunde, Gürer (71. Kemper), Lepper – Schürmann.

Tore: 0:1 (56.) Kunde 0:2 (71.) Timmerkamp, 0:3 (72.) Dahlkämper.

Zitat

„Wir haben es unnötig spannend gemacht durch die Niederlagen gegen Mesum und Beckum, auch der Fußballgott war in der Saison nicht immer auf unserer Seite. Aber wir haben uns am eigenen Schopf aus der Situation herausgezogen.“ Spexards Trainer Martin Simov war erleichtert und stolz.

Fußball-Westfalenliga

„Time to say Goodbye“? Von wegen, SV Spexard bleibt drin

Beckum-Roland (gl). „Time to say Goodbye“ schallte es vor dem Anstoß aus den Lautsprechern, als der SC Roland seinen Abgängen für ihre Dienste dankte. Keineswegs verabschieden wollte sich dagegen der SV Spexard aus der Westfalenliga – und das machte das Team von Martin Simov in den darauffolgenden 90 Minuten auch deutlich. Die „Spechte“ erledigten ihre Hausaufgaben, gewannen am Ende souverän mit 3:0 und feierten daraufhin den Klassenerhalt.

„Ich hab‘ Zeit“, sagte Trainer Simov nur auf die Frage, was an diesem Sonntagabend denn noch anstehe. Er nahm aber ebenfalls mit Wohlwollen zur Kenntnis: „Die Jungs drehen nicht durch. Das war keine Sensation, sondern harte Arbeit.“ Dabei hätten sie im Lager des SVS durchaus Grund für ein wenig Ekstase gehabt. Am viertletzten Spieltag, nach der bösen 2:3-Heimpleite gegen Mitkonkurrent Mesum, war Spexard schon mit mehr als einem Bein in der Landesliga. Doch mit drei Siegen in Serie zum Abschluss zog sich das Simov-Team mit beiden Händen am eigenen Schopfe aus dem Schlamassel heraus. Stattdessen muss nun die Beckumer SV (gestern mit 0:2 in Emsdetten verloren) den bitteren Gang zurück in die Landesliga antreten, Mesum (1:1 in Neuenkirchen) kann sich noch in der Relegation retten.

„Im ersten Training nach dem Spiel gegen Mesum haben wir uns noch einmal eingeschworen, dass wir unsere letzte Chance nutzen und noch die Relegation erreichen wollen“, sagte Angreifer Nico Schürmann nach dem 3:0 in Roland. „Wir haben uns als Team zusammengerissen und müssen dank der drei Siege in Folge zum Glück sogar nicht in die Relegation“, so der glückliche Schürmann weiter, dem durch den Stadionsprecher gleich zwei Treffer zugesprochen worden waren. Ein Irrtum, über den sich Mannschaft und Trainerteam des SV Spexard beim Stande von 2:0 köstlich amüsieren konnten.

Das wichtige Tor zur Führung in der 55. Minute hatte schließlich Philip Kunde erzielt, der nach Vorlage von Gürer und abgeblocktem Schuss von Schürmann mit Wucht abschloss. Damit war beim ohnehin schon harmlosen SC Roland endgültig die Luft raus. Das 0:2 erzielte schließlich Jochen Timmerkamp (72.) per Direktabnahme. Das 0:3 besorgte kurz darauf Dahlkämper nach einer Ecke per Kopf. Und führte damit einen Befehl des Trainers aus, denn Simov hatte zuvor noch gerufen: „Leon, schraub‘ dich hoch!“ Wenn seine Jungs doch bloß öfter auf ihn hören würden.

SV Spexard: Ellguth – Adrian, Brück, Dahlkämper, Nepke (90. Colak) – Timmerkamp (80. Azrioual), Drücker – Kunde, Gürer (71. Kemper), Lepper – Schürmann.

Tore: 0:1 (56.) Kunde 0:2 (71.) Timmerkamp, 0:3 (72.) Dahlkämper.

Indiskutable Leistung zum Saisonabschluss

3:0 für Spexard: Roland stellt in Hälfte zwei Gegenwehr ein

Roland (gl). Trainer Robert Mainka brachte die völlig desolate Vorstellung des SC Roland beim 0:3 (0:0) gegen den SV Spexard auf den Punkt. „Das war eine bodenlose Frechheit. Jeder Roländer oder Beckumer Zuschauer sollte heute sein Eintrittsgeld zurückbekommen.“

Punkt, aus – ach ja, und Glückwunsch an den SV Spexard, der mit diesem halb geschenkten, halb erkämpften Erfolg die letzten Zweifel am Klassenerhalt ausräumte. Die Frage, ob der ein oder andere Gastgeber nun nicht wollte oder nicht konnte, können die Betreffenden wohl nur selbst beantworten. Wie auch immer, ein Geschmäckle hat diese Nichtangriffserklärung im Duell mit einem noch bedrohten Team in jedem Fall. „So etwas strahlt auch auf die neue Saison aus, und so etwas wird es unter meiner Ägide auch nicht mehr geben“, schickte Mainka hinterher und war sichtlich angefasst, ehe er stocksauer in Richtung Kabine schritt.

In der ersten Halbzeit wehrte sich Roland immerhin ansatzweise anständig und hatte seine einzige nennenswerte Möglichkeit des gesamten Spiels: einen strammen Schuss von Semih Daglar (27. Minute) aus spitzem Winkel in die Arme des Torhüters. Nach der Pause ein einziges Debakel. Exemplarisch das 0:1 durch Philip Kunde nach knapp einer Stunde (56.). In gefühlt 15 Zweikämpfen blieben die Roländer nur Zuschauer, ehe der Spexarder unbedrängt abschloss. Eine Ecke von Kai Adrian (73.) durfte Jochen Timmerkamp mutterseelenallein einnicken. 0:2. Kurz darauf (73.) das gleiche Strickmuster. Erneut Ecke Adrian, die diesmal Leon Dahlkämper ziemlich ungehindert über die Linie drückte. Jubel hier, brotlose Kunst dort. Schlampige Pässe, lange, oft planlose Bälle, eine merkwürdige Zurückhaltung in den Zweikämpfen. Was der SC Roland zum Abschluss der Saison fußballerisch anbot, taugte nicht einmal zum Ladenhüter.

Weil die Spielvereinigung Beckum in Emsdetten verlor und Mesum „nur“ einen Punkt in Neuenkirchen holte, hatte die Niederlage des SC Roland zumindest keine dramatischen Auswirkungen auf den Abstiegskampf. Der SV Spexard wäre selbst im Falle einer Niederlage über dem Strich geblieben.

Kreisliga A

SV Spexard II – Assyrer Gütersloh 2:2. Sargon Charbo (7.) und Alexandre Zupp (14.) sorgten im Ortsderby für die Pausenführung der Assyrer. Die „Spechte“ zeigten Moral und glichen durch Jakub Akbaba (76.) und Philipp Loddenkemper (89.) noch aus.

SV Spexard II 2:2 Assyrer Gütersloh

Im Gütersloher Ortsderby gab es nach 90 Minuten keinen Sieger, obwohl die Assyrer durch die Tore von Sargon Charbo (7.) und Alexandre Zupp (14.) nach 45 Minuten mit 2:0 geführt hatten. Die von Dirk Siemann trainierte „Spechte“-Reserve zeigte nach dem Seitenwechsel Moral und kam durch die beiden Treffer von Jakub Akbaba (76.) und Philipp Loddenkemper (89.) doch noch zum Ausgleich.