Presse zum 24. Spieltag

Direktabnahme, Tor, Salto: Siebert trifft SVS schwer

Fußball-Westfalenliga

Direktabnahme, Tor, Salto: Siebert trifft SVS schwer

Gütersloh-Spexard (gl). Victoria Clarholz hat den Derby-Doppelpack geschnürt und auch das zweite Duell mit dem SV Spexard in dieser Westfalenliga-Saison gewonnen. Während das Team von Christopher Hankemeier mit dem 1:0 den nächsten großen Schritt in Richtung des frühzeitigen Klassenerhalts gemacht hat, hat sich die Lage für Martin Simov und seine Mannen gestern wieder verschärft.

Denn Konkurrent Beckum gewann parallel mit 1:0 gegen die Reserve des SV Rödinghausen, der Vorsprung des SVS auf den Relegationsplatz beträgt damit nur noch zwei Punkte. „Also müssen wir in drei Wochen Gas geben“, sagte Spexards Trainer Martin Simov in Voraussicht auf das direkte Duell bei der BSV am 28. April. Und in der Zwischenzeit sollten die „Spechte“ dem Nachbarn die Daumen drücken: Denn während das Simov-Team am kommenden Wochenende spielfrei hat, trifft Victoria – ganz genau – auf die Beckumer SV.

Dass die Gastgeber gestern verdient das Nachsehen hatten, gab auch Simov unumwunden zu: „Leider geht der Clarholzer Sieg in Ordnung. Schon vor dem Tor musste unser Keeper zweimal überragend klären. Mit viel Glück bringen wir das 0:0 vielleicht über die Zeit“, sagte der SVS-Trainer. Kurz zuvor hatte sein Kollege ähnlich geurteilt: „Wir hatten die besseren Chancen, von daher ist der Sieg schon verdient“, so der TSV-Trainer Christopher Hankemeier. Dessen Stimmungslage nach der Partie lässt sich so beschreiben: erleichtert, aber nicht komplett glücklich. Und das aus diesem Grund: „Die letzte Überzeugung, dieses Spiel gewinnen zu wollen, hat bei beiden Teams gefehlt.“

Woran auch immer es lag, von hochklassig und spektakulär war dieses Derby weit entfernt. Vor allem in der ersten Hälfte prägte eine hohe Fehlerquote auf beiden Seiten das Geschehen. Ernsthafte Möglichkeiten gab es demnach nicht, auch wenn Clarholz schon jetzt den etwas reiferen und agileren Eindruck machte.

Erst im zweiten Durchgang nahm die Intensität zu, was hauptsächlich an den Gästen lag, die sich dem Spexarder Tor nun doch näherten. Bereits vor dem Tor sprach das Chancenverhältnis eine klare Sprache zugunsten des TSV Victoria, der schließlich spät zuschlug. Nach einer Ecke von Robin Mrozek klärte der SVS nicht konsequent genug, sodass der Ball bei Edgar Siebert landete. Und der zirkelte das Leder mit einer Direktabnahme mindestens genauso gekonnt ins Tor, wie er anschließend den Treffer, aber auch den zweiten Derbysieg der Saison per Salto zelebrierte.

SV Spexard: Ellguth – Adrian, Brück, Dahlkämper, Merklinger – Kunde, Timmerkamp (74. Drücker), Nepke, Gieseker (62. Lepper) – Schürmann, Kemper (88. Colak).

Victoria Clarholz: Weeke – Haukambe (12. Topp), Dundar, Motzki, Grunwald – Strickmann (68. Gözsüz) – A. Dreichel, Fischer (68. Sievers), Siebert, Mrozek – E. Dreichel.

Schiedsrichter: Moritz Petereit (Iserlohn) - Gelbe Karten: Brück / Siebert, Fischer, Topp.

Zuschauer: 300 - Tore: 0:1 (86.) Siebert.

„Schön, vor Spexard zu stehen“

Gütersloh-Spexard (hoh). Während Christopher Hankemeier auch nach dem Clarholzer 1:0 beim SV Spexard weiterhin dabei bleibt, nicht zu früh auf Nummer sicher gehen zu wollen, schlug der Torschütze etwas forschere Töne an: „Wir haben ja ganz andere Ziele als den Klassenerhalt, wir wollen uns von Saison zu Saison verbessern“, sagte Edgar Siebert lächelnd, ohne ins Detail zu gehen, welche Platzierung er und seine Mitspieler sich denn vorstellen. Ein Plan dürfte jedenfalls aufgehen: „Es ist schon schön, vor Spexard zu stehen“, betonte Siebert.

Acht Punkte beträgt der Clarholzer Vorsprung mittlerweile zum SVS, zehn sind es bis zu Beckum auf dem ersten Relegationsplatz. Sowohl in Sachen Ligaverbleib als auch hinsichtlich der kreisinternen Rangordnung zum Saisonende haben Siebert und Co. spätestens seit gestern das beste Blatt auf der Hand.

Spexard droht derweil ein spannender Saisonendspurt. Der Auftritt im Derby war zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug. Vor allem die Vorwärtsabteilung kreierte zu wenige

Torraumszenen. Und defensiv wurde ein Fehler zu viel gemacht.

Zitate

„So oft traue ich mich das ja nicht und versuche stattdessen durchzustecken. Dann treffe ich ihn natürlich glücklich. Der Jubel war aus der Euphorie heraus.“

Edgar Siebert, Torschütze zum 1:0 für Clarholz, über seine beiden Kunststücke – den Schuss und den folgenden Salto.

„Wir haben zu viele Ecken und Freistöße produziert, die bekommt der Gegner ja nicht geschenkt. Und aus so einer Situation entsteht ja auch das Tor, uns fehlte die Konzentration. Die zweite Halbzeit ging aber auch an Clarholz.“

SVS-Trainer Martin Simov mit einer zutreffenden Spielanalyse.

Heimniederlage vergrößert die Abstiegsgefahr

Westfalenligist SV Spexard unterliegt dem Kreisrivalen Victoria Clarholz mit 0:1. Nach der Pause investieren die Gäste mehr und erzielen durch Edgar Siebert in der 87. Minute das verdiente Siegtor

Gütersloh. Der SV Spexard muss in der Fußball-Westfalenliga weiter um den Klassenerhalt bangen. Victoria Clarholz strebt dagegen die beste Platzierung seit der Zugehörigkeit zur 6. Liga an. das ist die eindeutige Quintessenz nach dem 1:0-Erfolg der Gäste im Kreisderby bei den „Spechten“. Edgar Siebert entschied die Begegnung vor 300 Zuschauern mit einem späten, aber umso sehenswerteren Volleyschuss und drückte damit die Clarholzer Vorteile in den 90 Minuten auch im Ergebnis aus.

Die Victoria kletterte durch den achten Saisonsieg auf Platz acht, während die „Spechte“ nach der siebten Heimschlappe nur noch zwei Zähler vor dem Relegationsrang liegen. Die Spvg. Beckum hat sich durch den 1:0-Sieg über Rödinghausen II zwei Wochen vor dem Direktduell wieder auf Schlagdistanz zum SV Spexard gebracht.

Bis zur 87. Minute durften die Gastgeber hoffen, wenigstens einen Zähler am Patz zu behaupten. „Das wäre aufgrund der zweiten Halbzeit ein glücklicher Punktgewinn gewesen, hätte uns aber sehr gutgetan“, gestand Trainer Martin Simov dem Gegner einen „verdienten Sieg“ zu. Sein Clarholzer Kollege Christopher Hankemeier bemängelte trotz des Erfolges, dass es für die Zuschauer kein aufregendes Derby war: „Dazu fehlte mir bei beiden Mannschaften die Überzeugung, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.“ So dauerte es bis zur 38. Minute, ehe SVS- Keeper Yannik Ellguth zweimal gegen Andreas Dreichel klären musste. Die Spexarder brauchten noch fünf Minuten länger, um durch Jochen Timmerkamp und Justin Kemper gefährlich vor dem Clarholzer Tor aufzutauchen.

In der 2. Halbzeit investierten die Gäste eindeutig mehr. Jan Grunwald, den Hankemeier als (erfolgreichen) Bewacher von Philip Kunde aus dem Zentrum auf die linke Abwehrseite geschoben hatte, fand immer mehr Gelegenheit, sich ins Angriffsspiel einzuschalten. Auch bei den vielen Freistöcken und Ecken, die die agileren Gäste provozierten, war der kopfballstarke 23-Jährige stets präsent. Das Clarholzer Spiel blieb auch dominant, als mit Carsten Strickmann (Rückenprobleme) und Dennis Fischer (gelbrot-gefährdet) beide Sechser Platz machen mussten.

Nach einer Ecke, die Ellguth mit einer Glanzparade gegen Grunwalds Kopfball verursachte, fiel auch das Tor des Tages. Edgar Siebert nutzte die zu kurze Abwehr zu einem Volleyschuss mit dem linken Fuß und feierte den Treffer mit einem Flic-flac. Die Haltungsnote jeweils: Sehr gut.

SV Spexard: Ellguth – Adrian, Brück, Dahlkämper, Merklinger – Kunde, Nepke, Timmerkamp (74. Drücker), Gieseker (62. Lepper) – Kemper (88. Colak), Schürmann.

Victoria Clarholz: Weeke – Haukambe (12. Topp), Dundar, Motzki, Grunwald – Strickmann (69. Gözsüz), Fischer (69. Sievers) – A. Dreichel, Siebert, Mrozek – E. Dreichel.

Tor: 0:1 (87.) Siebert.

Kreisliga A

SCW Liemke 1:3 SV Spexard II

„Ich hatte viel mehr Gegenwehr erwartet“, zeigte sich SVS-Trainer Dirk Siemann „erschrocken“ über die Leistung der Gastgeber. „Das hat uns in die Karten gespielt.“ Früh markierte Philipp Loddenkemper die Führung (11.) für Spexard. Erst Burak Köseoglu entschied mit seinen Toren die Partie (50., 90.+1). Für Liemke traf Timo Reinhold zum zwischenzeitlichen 1:2 (81.).

Fußball-Kreisliga A

SCW Liemke – SV Spexard II 1:3. „Der Spexarder Sieg geht in Ordnung“, gab SCW- Coach Franz Smuga zu. In der Tat agierten die Gäste zielstrebiger und flotter. Philipp Loddenkemper (11.) und Burak Köseoglu (50., 90.) waren dabei erfolgreich. Timo Reinhold (81.) erzielte den Liemker Ehrentreffer.