Presse zum 2. Spieltag

Roland gewinnt mit langem Anlauf noch mit 5:1

Roland gewinnt mit langem Anlauf noch mit 5:1

Roland (gl). Sie haben es versucht! Wirklich! Fast eine Stunde lang wollte der SC Roland seine Gäste spielen lassen, um selbst die Räume zu nutzen. Sie sind gescheitert. Zum Glück!

„Indiskutabel! Keine Einstellung!“, fasste Trainer Robert Mainka die erste Halbzeit im Heimspiel gegen den SV Spexard zusammen und musste damit auch eingestehen, dass sein taktisches Konzept am eigenen spielenden Personal gescheitert war.

Die Roländer mussten es aber auch gleich übertreiben, ließen sich einschnüren, schienen orientierungslos in der Abwehr und passten mehr zu Torwart Rump zurück, als den Weg nach vorn zu suchen. Konsequenterweise war ein hoch erfreutes Spexard nach dem 1:0 durch Schürmann (8.) und einer dicken Chance von Birkenhake bereits breitbeinig auf der Siegerstraße unterwegs. Was sollte schon groß passieren?

Nun ja, zum Beispiel ein SC Roland, der sich plötzlich erinnert, dass er ja viel lieber das Spiel macht und stürmt, dass sich die Balken biegen. „Das ist eindeutig ein mentales Problem. Aber dann waren wir voll da und haben gezeigt, zu was wir fähig sind“, war Mainka hernach wieder getröstet.

Röbers 1:1 per Handelfmeter (57.) trieb den Korken endgültig aus der Champagnerflasche, und dann sprudelte es nur so heraus. Endlich lief es offensiv, schlaue Defensiv-Konzepte waren vergessen, und - zack! - Spexard ging mit fliegenden Fahnen unter.

Vor allem Semih Daglar wirkte wie entfesselt: Im klugen Offensiv- und Passwirbel seiner Nebenleute war er der freie Mann, der seine Räume zu einem feinen Hattrick nutzte (62., 64., 76.), dazwischen verwandelte Röber seinen zweiten Strafstoß, diesmal nach Foul an Ars, zum 3:1 (74.).

Torwart Rump demütigte die Gäste endgültig, als er auch noch einen Foulelfmeter (Dere hatte Gieseker um gerempelt) von Brück parierte (73.). Roland hatte zu seinem Leib- und Magenspiel zurückgefunden. Defensiv muss sich Mainka wohl was Neues einfallen lassen.

„Und dann war der Tag gelaufen“

Beckum-Roland (hoh). Der Tag, der so gut begonnen hatte, endete mit einem fast schon entrüsteten Martin Simov. „Wir haben drei Punkte verschenkt“, sagte der Trainer des SV Spexard nach dem 1:5 seines Teams beim SC Roland. Sein Groll richtete sich dabei aber nicht gegen seine eigenen Spieler, sondern vielmehr gegen den Schiedsrichter.

„Und dann hatte er seine fünf Minuten“, sagte Simov zynisch über den Unparteiischen Marcel Skorupa und jene Phase, in der die Westfalenliga-Partie kippte. Beim Stande von 1:0 für den SVS – Nico Schürmann hatte in der siebten Minute nach Vorlage von Fatih Gürer zur Führung getroffen – gab es in der 58. Minute einen Elfmeter für die Gastgeber, der laut Simov nie und nimmer berechtigt war.

Nach einem Kopfballduell mit Steffen Brück sei ein Akteur der Hausherren zu Boden gegangen. Sowohl der Schiedsrichter als auch der näher postierte Assistent hätten in dieser Szene zunächst kein Foul erkannt. Doch ausgerechnet der Linienrichter, der am weitesten entfernt gestanden habe, soll ein regelwidriges Verhalten erkannt und Hauptschiedsrichter Skorupa per Funksignal entsprechend hingewiesen haben, woraufhin der auf den Punkt zeigte. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Vergehen nicht um ein Foul, sondern um Handspiel. Wie dem auch sei, Rolands Pascal Röber ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte.

Doch damit nicht genug, auch Elfmeter Nummer zwei, der zum vorentscheidenden 3:1 führte, brachte Simov auf die Palme. „Unfassbar“, wetterte der SVS-Trainer über den Strafstoß, den wieder Röber verwandelte.

Zur Geschichte dieser Partie gehört aber auch die Tatsache, dass Marc Birkenhake in der 32. Minute eine Großchance zum 2:0 vergab und Brück später noch einen Elfmeter verschoss (68.). Simov dazu: „Dann war der Tag endgültig gelaufen.“ Dabei hatte er doch so gut begonnen.

SVS: Ellguth – Merklinger, Dahlkämper, Brück, Buchta (75. Adrian) – Gürer (58. Gieseker), Timmerkamp (60. Nepke), Drücker, Birkenhake (83. Kemper) – Schürmann, Kunde.

Tore: 0:1 (7.) Schürmann, 1:1 (58./HE) Röber, 2:1 (61.) Daglar, 3:1 (64./FE) Röber, 4:1 (73.) Daglar, 5:1 (76.) Daglar.

Martin Simov: Schelte für die Schiedsrichter

Gütersloh (rö). Bis zur 59. Minute führte der SV Spexard gestern im Spiel der Fußball-Westfalenliga beim SC Roland Beckum durch ein frühes Tor von Nico Schürmann (7.) mit 1:0. Das Team von Trainer Martin Simov schien auf bestem Wege, den Auftaktsieg gegen den SV Rödinghausen II (4:3) mit einem weiteren Dreier veredeln zu können.

„Dann griff das Schiedsrichtergespann ein“, stellte Simov unmissverständlich heraus, dass nach seiner Meinung der Unparteiische Marcel Skorupa und einer seiner Assistenten maßgeblichen Einfluss auf den Spielverlauf nahmen. Aus Sicht des Spexarder Trainers war die 1:5-Niederlage nur so zu erklären. „Bei einem Kopfballduell soll Steffen Brück den Ball mit der Hand berührt haben. Das hatten zwar weder der Schiedsrichter noch der näherstehende Linienrichter gesehen, sondern der 40 Meter weiter entfernte zweite Assistent“, schilderte er die Szene, die zum 1:1-Elfmetertor durch Pascal Röber und damit zur Wende im Spiel führte. Nur eine Minute später lagen die „Spechte“ 1:2 hinten, weil Semih Daglar die allgemeine Unruhe und Unaufmerksamkeit zum nächsten Treffer nutzte.

Nur drei Minuten später fühlten sich die Spexarder erneut krass benachteiligt. Nach einem hohen Ball in den Strafraum zeigte Marcel Skorupa wieder auf den Elfmeterpunkt. „Keiner weiß warum, selbst die Beckumer wussten keine Erklärung“, bezog Simov in seine Schelte den Gegner als Zeugen mit ein. Mit dem Treffer zum 3:1 war der Widerstandswille des SV Spexard gebrochen. Zwei Kontertore in der 73. und 76. Minute entschieden die Auseinandersetzung endgültig. Das Tor zum 0:1 hatte Nico Schürmann nach Vorarbeit von Fatih Gürer erzielt, und Martin Simov verschwieg bei aller Schelte für den Unparteiischen auch nicht, dass sein Team in zwei Szenen selbst für ein besseres Ergebnis hätte sorgen können. In der 37. Minute köpfte Marc Birkenhake den Ball völlig freistehend aus Kurzdistanz in die Arme von Rolands Torhüter Christopher Rump und nicht zum möglichen 0:2 ins Netz. Und Steffen Brück verschoss beim Stande von 3:1 nach einem Foul an Marco Gieseker einen Strafstoß. „Es ist schiefgelaufen, was schieflaufen konnte“, haderte der Spexarder Coach mit dem Spiel. Sein Team nahm der Trainer daher auch aus der Kritik. „Mit der Leistung bin ich einverstanden, und wir sind gefestigt genug, die Niederlage zu verkraften“, sagte er vor der nächsten Herausforderung gegen den VfL Theesen.

SV Spexard: Ellguth – Buchta (73. Adrian), Brück, Dahlkämper, Merklinger – Drücker, Gürer (62. Gieseker), Timmerkamp (65. Kemper) – Kunde, Schürmann, Birkenhake (83. Nepke).

Tore: 0:1 (7.) Schürmann, 1:1 (59.) Röber (FE), 2:1 (61.) Daglar, 3:1 (64.) Röber (FE), 4:1 (71.) Daglar, 5:1 (76.) Daglar.

SV Spexard II – Suryoye Verl 2:3

An dieser Niederlage werden die „Spechte“ noch zu knabbern haben. Moses Ergun (31.) und Michel Akay (33.) belohnten mit einem Doppelschlag den hohen Aufwand der Gastgeber im ersten Durchgang. Doch direkt nach der Pause gelang Alan Hasso der 2:1-Anschlusstreffer (48.). Fortan war Suryoye am Drücker und entführte letztlich die drei Punkte dank der Tore von Deniz Das (57.) und Johannes Faal (75.).