Presse zum 13. Spieltag

VfB Fichte Bielefeld - SV Spexard 3:3

VfB Fichte Bielefeld - SV Spexard 3:3

Nach dem 3:3 waren sich die beiden Trainer der Protagonisten einig: „Wir wissen nicht, ob wir traurig sein oder uns freuen sollen.“ So formulierte es sowohl VfB-Fichte-Trainer Mario Ermisch als auch Spexards Coach Martin Simov. Und diese Ansicht ist wahrlich teilbar, wenn man die 90 Minuten auf der Rußheide Revue passieren lässt.

Die Anfangsphase gehörte den Gästen aus dem Kreis Gütersloh, die zu Beginn den wacheren Eindruck hinterließen und auch häufiger nach vorne spielten. Nach einer kurzen Ecke und einer Flanke von der rechten Seite war Lukas Meiertoberens mit dem Kopf zur Stelle und erzielte die Spexarder Führung (13.). Für den VfB Fichte war das aber scheinbar genau der richtige Wachrüttler, denn nur zwei Minuten später konnte die Mannschaft von Trainer Ermisch ausgleichen. Nach einer Flanke von der rechten Seite war Ulas Duran in der Mitte zur Stelle und netzte zum 1:1 (15.).

„Mit dem Ausgleich haben wir es dann gut gemacht“, analysierte Fichtes Kapitän Oguz Peker nach dem Schlusspfiff, dem ein eigener Treffer verwehrt blieb. Aber als Assistgeber konnte er sich auszeichnen. Über die linke Seite kommend flankte Peker überragend auf die rechte Seite, wo Marvin Paul lauerte und den Ball mittels einer Direktabnahme prima im Spexarder Tor unterbringen konnte (38.). Zu diesem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, dass die „Hüpker“ den SVS mehr und mehr einschnürten.

Doch dann bekam Spexard einen Freistoß zugesprochen, diesen schlugen sie in die Mitte, wo Marc Birkenhake sich zum Kopfball hochschraubte und ausgleichen konnte. “Die ersten beiden Gegentore entstehen nach Standards, das ist eine Katastrophe“, grantelte Ermisch, währenddessen sich Kollege Simov diebisch darüber freute, dass „wir Standards trainiert haben.“

Nach der Pause waren es erneut die „Spechte“, die durch Sascha Lepper eine Möglichkeit hatten, jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgreich abschließen konnten. Kurze Zeit später aber nutzte Philip Kunde einen schweren Patzer von Orkun Tosun und erzielte die SVS-Führung (51.). Fichte merkte man die Wut im Bauch an, sie kämpften und sie drückten auf den Ausgleich. Der gelang durch den eingewechselten Jetfat Abrashi (77.).

Fortan ging es hin und her, Chancen gab es auf beiden Seiten, ebenso wie jeweils einen Lattentreffer. Kurz vor dem Ende rettete VfB-Keeper Matti Kuuse im Eins-gegen-Eins gegen Lepper. Der Schlusspunkt war die Rote Karte gegen Spexards Leon Dahlkämper (90.), der als letzter Mann zur Notbremse griff. „Wenn wir da nicht gehalten hätten, wäre es zu einem Eins-gegen-Eins mit unserem Torwart gekommen“, so Simov.

Der SV Spexard hat beim VfB Fichte Bielefeld mit einer 3:3-Punkteteilung sein Minimalziel erreicht. „Noch bin ich im Zwiespalt darüber, ob ich mich darüber freuen soll oder ob wir nicht doch zwei Zähler haben liegen lassen“, wollte SVS-Trainer Martin Simov kurz nach dem Match das Ergebnis nicht endgültig einordnen.

Besonders eine der letzten Aktionen in der Nachspielzeit beschäftigte den Coach nachhaltig. Leon Dahlkämper, schon durch den von ihm abgefälschten Schuss eines Bielefelder Akteurs zum 3:3 zur „tragischen“ Figur geworden, verhinderte als letzter Mann nur mit einem Foul einen vierten Treffer des Gegners. Der Schieri zückte „Rot“ und Dahlkämper fehlt am Sonntag im Derby gegen Victoria Clarholz. Dass der zweite Spexarder Innenverteidiger, Steffen Brück, beim Stande von 3:3 nur die Latte und nicht zur erneuten Führung traf, verdeutlicht wiederum den schmalen Grat, der zwischen einem möglichem Dreier und einer schmerzlicher Niederlage lag.

Schiedsrichter: Timo Franz-Sauerbier (FC Kalletal) - Zuschauer: 100.

Tore: 0:1 Lukas Meiertoberens (14.), 1:1 Ulas Duran (17.), 2:1 Marvin Paul (39.), 2:2 Marc Birkenhake (45.), 2:3 Philip Kunde (54.), 3:3 Jetfat Abrashi (79.).

Platzverweise: Rot gegen Leon Dahlkämper (90./SV Spexard).